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Das Erdgeschoss

Basstölpel

Basstoelpel

Auf einem Felsen stehend, fällt der gänsegrosse weisse Seevogel mit dem markanten Schnabel dem Betrachter gleich auf. Man kann schon an der schwerfälligen und kurzbeinigen Statur erahnen, das ihm seine wenig elegante Fortbewegungsart den Spottnamen „Tölpel“ einbrachte. Aber bei der sturzflugartigen Jagd nach Heringen und Makrelen zeigt er sich als gewandter Flieger und Taucher. Erst seit 1991 brütet dieser „Ruderfüßer“ in großen Kolonien an den Klippen von Helgoland.

Der Basstölpel ist mit Tropenvögeln wie Pelikanen und Kormoranen verwandt. (tw/hink)

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Enten und Säger

Enten

Die zahlreichen Entenarten lassen sich in Säger, Tauchenten und Gründelenten, einteilen. Letztere tauchen nicht, sondern suchen ihre Nahrung an Land oder von der Wasseroberfläche aus, indem sie „gründeln“, d.h. mit dem Oberkörper eintauchen, bis nur noch der Schwanz steil aus dem Wasser ragt, wie es bei der weithin bekannten Stockente oft zu sehen ist. Gründelenten sind fast reine Pflanzenfresser. Zu ihnen gehören die Knäk- und die Schnatterente als Zugvögel, die Pfeifente und die kleine Krickente. Die seltenere Löffelente ist ein regelmäßiger Gast in der Hammeniederung, weil dieser Lebensraum wie für ihre Bedürfnisse gemacht ist. Die dort ebenfalls noch brütende Spießente gilt aber bereits fast als ausgestorben.

Eine besonders schöne, aber seltene Tauchentenart ist die Kolbente, während die Reiherente die häufigste dieser Art ist. Sie tauchen tief unter die Wasseroberfläche von Teichen, Tümpeln und Seen, um dort nach teils tierischer Nahrung zu suchen. Neben Tafel-, Berg- und Moorente ist die Schellente eine Ausnahme, weil sie in Baumhöhlen nistet. Ihr Fluggeräusch erinnert an Schellen oder kleine Glocken. Die meisten Enten an der Küste sind ebenfalls Tauchenten. Einziger Brutvogel unter ihnen ist hierzulande die Eiderente, die auf den Ostfriesischen Inseln brütet. Trauerente, Samtente und Eisente sind nur Wintergäste an Nord- und Ostsee.

Säger schließlich sind auf Fischfang spezialisierte Tauchenten, die an allen Arten von fischreichen Gewässern leben. Ihr Name spielt auf die kleinen Sägezähnchen in ihrem Schnabel an, mit denen sie die glitschige Fische besser festhalten können. Der Gänsesäger ist der größte von ihnen und wie alle Säger eher ein Wintergast als ein Brutvogel. Die nächst kleinere Art ist der Mittelsäger, der manchmal in verlassenen Kaninchenhöhlen brütet. Lieber in Baumhöhlen brütet dagegen der kleinere Zwergsäger. Er ist ein häufiger Wintergast aus dem hohen Norden an den norddeutschen Küsten und Binnengewässern. (tw/hink)

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Fasanen

Fasanen

Der Fasan ist die einzige in unseren Breiten vorkommende Fasanenart. Er wurde als Jagdwild ab dem 11. Jahrhundert hierzulande ausgewildert und hat sich seitdem angepasst und überall im Norddeutschen Tiefland ausgebreitet. Die eigentliche Heimat des Hühnervogels erstreckt sich von Südasien bis zum Kaukasus. Der Hahn ist mit seinem langen Schwanzfedern größer und wesentlich auffälliger gefärbt als die Henne, da diese als Bodenbrüterin gut getarnt sein muß. (tw/hink)

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Gänse

Gänse

Gänse lassen sich nach ihrem Lebensraum in zwei Gruppen unterteieln: Die einheitlich gefärbteren Feldgänse und die Meergänse. Die Graugans ist der Vorfahre der Hausgans und die einzige Feldgans, die regelmäßig an den vegetationsreichen Ufern der norddeutschen Gewässer brütet. Trotzdem bleibt auch sie ein Zugvogel, wie all die anderen Feldgansarten, die in großen Scharen hiesige Felder und Wiesen besuchen. Unter ihnen die Saatgans, die Kurzschnabelgans und die deutlich kleinere Blässgans, die in Grönland oder Nordrussland brütet.

Die in einer eigenen Vitrine ausgestellte Kanadagans ist bereits eine Meergans, jedoch in ihrer Erscheinung einer Feldgans noch sehr ähnlich. Ursprünglich aus Nordamerika stammend, ist sie über England zunächst als Zugvogel gekommen und schließlich als Dauergast in unseren Breiten geblieben. Eigentlich sind Meergänse deutlich kleiner: So die dunkel gefärbte Ringelgans, ein Durchzügler aus Nordrussland, der auf seinem Weg nach Westeuropa oft an der Nordseeküste halt macht. Auch die Weißwangengans kommt aus dem hohen Norden, jedoch haben sich einige Paare bereits hierzulande als Brutvögel niedergelassen. Die Brandgans ist ein an den Küsten häufiger Brutvogel. Sie wird auch Brandente genannt, weil sie einen Entenschnabel und das ententypische, bunte Gefieder aufweist. Sie halten sich zur Mauser auf den Sandbänken auf, wo sie, kurzzeitig flugunfähig, auf das Nachwachsen der Schwingenfedern warten. (tw/hink)

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Graureiher

Graureiher

Der Graureiher, früher auch Fischreiher genannt, ist mit zwei erwachsenen Vögeln in einer eigenen Biotopvitrine vertreten. Sie sind die häufigsten heimischen Schreitvögel, zu denen auch Störche gehören. In großen Kolonien von bis zu 100 Vögeln brüten sie in hohen Bäumen der Uferzone von flachen Gewässern, häufig an Flussläufen. Dort stehen sie lange und verharren unbeweglich, um dann blitzartig mit ihrem langen, spitzen Schnabel zuzustoßen. Ihre Beutetiere sind nicht nur Frösche und Fische, auch Mäuse und andere Kleinsäugetiere gehören dazu. Der Landkreis Osterholz ist mit zeitweise 400 Brutpaaren eine Hochburg der Graureiher. Hier finden sie ihren idealen Lebensraum und bekommen deshalb im Vogelmuseum einen angemessenen Platz gegenüber dem Diorama Hammeniederung. (tw/hink)

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Hühnervögel

Hühnervögel

Wie Enten und Gänse kann man auch die Hühner in zwei Gruppen unterteilen: Raufußhühner und Glattfußhühner (Fasanartige). Der ersten Gruppe zugehörig, sind die Birkhühner in einer eigenen Biotopvitrine ausgestellt, die sie bei ihrem Paarungsritual, der Balz, zeigen. Die Hähne dieser Art versammeln sich Jahr für Jahr am selben Platz und führen für die umworbenen Weibchen Schaukämpfe vor. Diese wählen natürlich dann den Sieger, den „Platzhahn“, zur Paarung aus. Während die Hähne sich deshalb mit auffälligem Gefieder zur Schau stellen, ist die Birkhenne als Bodenbrüterin gut getarnt. Bis in die 1960er Jahre gehörten Birkhühner zu Norddeutschen Heide- und Moorflächen dazu, verschwanden aber fast, nachdem Landwirtschaft und Entwässerung ihren Lebensraum zerstörte.

Das Auerhuhn sieht dem Birkhuhn sehr ähnlich und pflegt auch den gleichen Aufwand bei der Partnerwahl, lebt aber nur in Wäldern, wie z.B. im Harz. Zusammen mit den kleineren Haselhühnern gehören sie zu den stark bedrohten Vögeln des Norddeutschen Waldes. Alpen- und Moorschneehuhn sind bis auf wenige Exemplare in den bayrischen Alpen nicht in Deutschland zuhause, jedoch versuchte man, sie wie viele Hühnerarten als Jagdwild auszusetzen.

Zu den Glattfußhühnern gehört nicht nur der Fasan, sondern auch das ebenfalls stark bedrohte Rebhuhn. Früher ein allgegenwärtiges Wildhuhn, machten ihm die Veränderungen durch die Landwirtschaft arg zu schaffen. Die Gruppe der Steinhühner werden als Hochgebirgsbewohner im Vogelmuseum nur vom Chukarhuhn vertreten. Der kleinste heimische Hühnervogel ist die Wachtel, als Delikatesse berühmt, aber in der freien Natur ebenfalls kaum noch anzutreffen. (tw/hink)

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Kormorane

In einer eigenen Biotopvitrine der „Seevogel-Abteilung“ des Vogelmuseums sitzen zwei Kormorane, seit den 1970er Jahren zunächst aus deutschen Seegebieten verschwunden, dann aber Dank Schutzmaßnahmen wieder zahlreicher wurden. Die großen, hochspezialisierten Fischjäger sind hervorragende Taucher. Von der Wasseroberfläche aus abtauchend, erreichen sie große Tiefen. Da ihre Federn nicht so wasserabweisend wie die anderer Wasservögel sind, sieht man sie häufig ihre Federn zum Trocknen aufspreizen. Die metallisch schwarz glänzenden Vögel nisten in großen Kolonien auf Nistbäumen, die durch ihren Kot langsam absterben. (tw/hink)

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Lummen

Tordalk

Lummen (oder Alke) sind Hochseevögel, die nur zum Brüten an Land kommen. Der Helgoländer Lummenfelsen ist als spektakulärer Nistplatz berühmt und wurde in einem kleinen Diorama für das Vogelmuseum nachgebildet. Hier finden sich die bekannten Arten wie Tordalk und Trottellumme ein, die ungeübten Betrachtern oft als Pinguine erscheinen. Seltenere Gäste auf Helgoland sind die Papageitaucher mit dem auffällig gefärbten Schnabel, der Krabbentaucher, benannt nach seiner Lieblingsspeise und die skandinavische Gryllteiste. Es kommt selten vor, das diese kleinen Seevögel durch starke Nordstürme ins Binnenland verschlagen werden, aber es wurden schon im Landkreis Osterholz Krabbentaucher gefunden.

Nicht zu den Lummen zählt der Eissturmvogel. Er hat einen röhrenartigen Abfluss im Schnabel zur Ausscheidung von Salzwasser und zählt damit wie Albatrosse zu den Röhrennasen. (tw/hink)

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Möwen

Möwen

Diese Vögel sind uns längst nicht mehr nur als Seevögel vertraut, sondern auch als (Mit-)Bewohner von Stadt, Land und sogar Müllkippen. Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen Arten dieser anpassungsfähigen Tiere, allen voran die kleine Lachmöwe, die statt Fischtrawlern nun in großen Scharen den Landwirten auf ihren Traktoren folgt. Die Sturmmöwe und die große Silbermöwe mit ihrer grauen Rückenfärbung werden ebenfalls oft im Binnenland gesehen. Die Zwergmöwe ist die kleinste Möwenart und ist in Norddeutschland nur auf dem Zug nach Westen zu beobachten. Auf Felswänden brütend, ist die Dreizehenmöwe kaum im Binnenland anzutreffen – nur wenn sie mit dem Sturm abgedriftet ist. Die Mantelmöwe ist wie die Heringsmöwe gut an ihrem dunklen Rücken zu erkennen und lebt wie alle Möwenarten von Fisch, Insekten, Abfällen und Aas. (tw/hink)

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Nachtschwalben oder „Ziegenmelker“

Nachtschwalben oder Ziegenmelker

Die Nachtschwalbe ernährt sich wie der ihr ähnliche Mauersegler von fliegenden Insekten. Allerdings verbringt sie viel Zeit gut getarnt auf dem Boden: Während der Brut und tagsüber, wenn sich nicht jagt. Sie ist nur von Mai bis September in Heiden, trockengelegten Mooren, auf Weiden und in Kiefernwälder zu sehen. Da sie oft in der Nähe von weidendem Vieh den Insekten nachstellt, wurde ihr der unzutreffende Name „Ziegenmelker“ verliehen. (tw/hink)

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Raben und Krähen

Raben und Krähen

Raben werden trotz ihrer mangelhaften Gesangskünste zu den Singvögeln gezählt. Die Gruppe der Rabenvögel ist vielseitiger, als wir meinen: Auch der Eichelhäher und die Elster sind biologisch gesehen Rabenvögel. Letztere wurde bis in die 1980er jahre heftig verfolgt, weil man ihr Nesträuberei vorwarf. Ihre negative Auswirkung auf den Singvogelbestand konnte jedoch widerlegt werden. Heute hat die Elster die Gärten und Grünbereiche von Städten entdeckt und sich hervorragend angepasst. Der Eichelhäher ist mit seinem lauten Warnruf als Waldwächter ebenfalls bestens bekannt. Der Tannenhäher dagegen ist als Wald- und Bergbewohner nur in Südniedersachsen verbreitet.

Der größte Rabenvogel und damit gleichzeitig auch der größte Singvogel ist der Kolkrabe, der „klassische“ Rabe. In der Mythologie vieler Völker spielt dieser Einzelgänger die Rolle des klugen Beraters und tatsächlich kann ihm eine große Gedächtnisleistung nachgewiesen werden. Lange aus Norddeutschland verschwunden, wird er seit ein paar Jahrzehnten wieder auf den Feldern und Wiesen der Umgebung heimisch. Als Aas- und Allesfresser gehört er aber nicht zu den sogenannten „Raubvögeln“.

Um 10 mal höher ist der Bestand der Rabenkrähe, die wie ein kleine Ausgabe des Kolkraben aussieht. Schwärme dieser Art wandern auch oft in menschliche Siedlungsgebiete ein. Nur östlich der Elbe wird sie von der Nebelkrähe vertreten. Der Rabenkrähe ähnlich ist die Saatkrähe, die oft auf Feldern nach Wintergetreide sucht. Zu ihr gesellt sich gerne die kleinere Dohle, die gerade im Landkreis Osterholz noch häufig zu sehen ist. Ihre „Schwester“ aus den Bergen, die Alpendohle, ist nicht in Norddeutschland zu Hause. (tw/hink)

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Racken

Bienenfresser

Die hierzulande heimisch gewordenen Rackenvögel lassen ihr Ursprungsgebiet im tropischen Afrika an ihrem bunten Gefieder noch erahnen. Vor allem Bienenfresser und Eisvögel sind ungewöhnlich farbenfroh, aber leider mittlerweile hierzulande sehr selten geworden. Die bläulich schimmernden Blauracken sind seit 1990 sogar völlig aus Deutschland verschwunden. Auch den Wiedehopf mit seinem auffälligen Kopfschmuck mußte man mittlerweile auf die rote Liste setzen. All diesen ungewöhnlichen Vögeln wurde die zunehmende Vernichtung ihrer Biotope zum Verhängnis. Bei einem Besuch im Norddeutschen Vogelmuseum sollte man sich die Farbenpracht dieser vier Rackenarten nicht entgehen lassen. (tw/hink)

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Rallen

Die heimischen Rallen erinnern auf den ersten Blick an Hühner und meist heißen sie auch so, biologisch jedoch stehen ihnen die Kraniche näher. Das Blässhuhn als bekannteste Rallenart bewohnt alle größeren Gewässer, auch im städtischen Bereich. Es kann dank seiner Schwimmhäute fast wie eine Ente auf der Wasseroberfläche schwimmen – genauso wie das nicht weniger bekannte, schwarzgefiederte Teichhuhn. Alle anderen Rallenarten leben im Verborgenen: Die Wasserralle mit ihrem langen Schnabel und das seltene Tüpfelsumpfhuhn, das in Afrika überwintert, hier aber kaum noch die sumpfigen Feuchtgebiete findet, die es braucht. Nur der Wachtelkönig lebt nicht am Wasser, sondern eher auf Wiesen – sein Ruf „Arpschnap“ ist unverkennbar und meist nachts zu hören. Wachtelkönige ziehen als Langstreckenzieher bis ins tropische Afrika. (tw/hink)

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Schnepfen im Herbst

Schnepfen und Schwalben

Die zahlreichen Schnepfenvögel im Norddeutschen Vogelmuseum werden an anderer Stelle im Obergeschoss ausführlich vorgestellt. Im Erdgeschoss befindet sich aber noch eine kleine Biotopvitrine, in der Bekassine, Alpenstrandläufer, Kampfläufer und Pfuhlschnepfe im herbstlicher Umgebung dargestellt werden, zumeist in ihrem Schlichtkleid. (tw/hink)

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Seeschwalben

Küstenschwalbe

Seeschwalben erscheinen wie kleine, kurzbeinige Möwen mit einem langen, spitzen Schnabel. Sie sind wie alle Schwalbenarten sehr fluggewandt. Alle heimischen Arten sind Zugvögel und ernähren sich von kleinen Fischen und wirbellosen Tieren, wie z.B. Würmern. Im Bestand des Vogelmuseums befinden sich die großen Arten wie Lachseeschwalben und Brandseeschwalben und die einander sehr ähnlichen Fluss- und Küstenseeschwalben. Diese meistern auf ihrem Zug von ihren arktischen Brutplätzen in die antarktischen Überwinterungsgebiete eine Strecke von bis zu 36.000 km – hin und zurück. Das entspricht einer Strecke von fast einmal um den Globus, die die Vögel im Jahr zurücklegen!

Die kleine Zwergseeschwalbe ist ein heimischer Küstenbewohner, die ihre Eier äußerst gut getarnt auf Muschel- oder Kiesgrund legt. Seeschwalben sind im Gegensatz zu Möwen weniger anpassungsfähig – die menschlichen Einflüsse in ihre Lebensräume haben sie stark zurückgedrängt. (tw/hink)

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Segler

Mauersegler

Die Gruppe der Segler ist in Norddeutschland nur durch eine einzige Art vertreten, doch die hat es in sich: Der Mauersegler ist ein echter Rekord-Vogel und ein Meister des Fliegens. Nicht nur sein Aufenthalt in der Luft ist sensationell, auch seine Fluggeschwindigkeit gehört zu den höchsten: bis zu 200 km/h! In Tagesetappen von bis zu 400 km legt er auf seiner weiten Reise nach Zentral- oder Südafrika 10.000 km zurück. Dabei ernährt er sich von Insekten, die er im Flug fängt. Sogar schlafen kann er im Flug, um Aufenthalte zu vermeiden. Der Mauersegler nistet in Mauerspalten und unter Dachrinnen und gehört deshalb zu den wenigen Vogelarten, die von dem Wachstum der Dörfer und Städte profitieren konnten. (tw/hink)

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Singvögel

Singvögel

In zwei Räumen dse Museums werden die zahlreichen Arten der heimischen Singvögel vorgestellt. Zu der Gruppe der Singvögel zählen die meisten Vogelarten auf der Welt, vom Kanarienvogel bis zum Kolkraben. Im Vogelmuseum sind hauptsächlich die in Norddeutschland heimischen Tiere vertreten, darunter viele bekannte Gartenvögel wie Dompfaff, Drossel, Meise und Zaunkönig. Unbekanntere und zugleich seltenere Exemplare sind zum Beispiel die Würgerarten, wie die Neuntöter, die ihre auf Vorrat erbeuteten Insekten auf Pflanzendornen aufspießen. Die großen Raubwürger sind stark gefährdet, jagen aber noch im Landkreis Osterholz ihre Mäuse. Unter den Drosseln hat die Amsel alle anderen Arten aus unserem Bewußtsein verdrängt: Wacholderdrossel, Misteldrossel oder Singdrossel um nur einige zu nennen. Die Bachstelze ist dagegen ein häufig zu sehender Sommergast in dörflicher Umgebung.

Die „Singvogel-Abteilung“ des Museums ist besonders lebhaft gestaltet: Auf Doldenblüten wird im Erdgeschoss realitätsnah ein Schwarm Sperlinge in Szene gesetzt und gleich in der Nähe tummeln sich die kleinen Erlen- und Birkenzeisige. Die vielen bunten Finkenarten wie Grünfink, Stieglitz oder Kernbeißer stehlen sich mit anderen „Paradiesvögeln“ wie dem knallgelben Pirol gegenseitig die Schau. Daneben präsentieren sich Kleiber, Goldhähnchen und Seidenschwänze. Die Grasmücken als wunderbare Sänger fehlen ebenso wenig wie Feldschwirl, Teich- und Schilfrohrsänger oder Laubsänger wie Fitis und Zilpzalp. Der Star ist ein bekanntes Gesangstalent, aber wer kennt Rotschwanz, Heckenbraunelle oder Schwarzkehlchen?

Kurz: In der Singvogel-Abteilung kann man all die Vögel sehen, die man sonst nur mit viel Glück frühmorgens hört. Sollten darunter viele Ihnen unbekannte Vögel sein, ist damit schon ein Anliegen des Vogelmuseums erfüllt: Die große Vielfalt der heimischen Vogelwelt sichtbar zu machen. (tw/hink)

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Spechte

Spechte

Bis auf eine Ausnahme leben alle Spechte Norddeutschlands an Bäumen, an denen sie mit ihren Schnabeln hämmern, um Insekten herauszupicken oder um sich eine Bruthöhle zu zimmern. Wie andere Vögel an ihrem Gesang, kann man Spechte an ihrem „Klopfstil“ erkennen. Die häufigste heimische Spechtart ist der schwarz-weiß-rot gefärbte Buntspecht, der auch in Gärten und Parks lebt. Seine kleineren Verwandten, die Mittel- und Kleinspechte ähneln ihm bis auf die Größe stark. Der größte seiner Art ist der Schwarzspecht, der nur in ausgedehnten Wäldern mit Rotbuchen als Brutbaum vorkommt. Der Grünspecht schließlich ist ähnlich häufig wie der Buntspecht. Sie löffeln mit ihrer langen Zunge gerne Ameisen von Böden der Wiesen und Obstgärten. An Bergregionen, wie die Südniedersachsens, sind die Grauspechte gebunden, deren Bestand zur Zeit eher abnimmt.

Untypisch für Spechte ist der Wendehals, ein selten gewordener Klettervogel, der seine Feinde durch das Imitieren von Schlangenverhalten verscheucht: Er zischt und windet seinen Kopf dazu hin und her. Als Zugvogel verbringt er seine Winter im tropischen Afrika. (tw/hink)

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Tauben

Tauben sind ausschließlich Pflanzenfresser und kommen weltweit vor. Sie entwickeln bei der Aufzucht der Jungen eine „Kropfmilch“, mit der sie, ähnlich der Muttermilch bei Säugetieren, ihre Jungen ernähren.

Bekannt ist dem Stadtmenschen vor allem die Stadt- oder Haustaube, ein Nachkomme der südeuropäischen Felsentaube. Aber es gibt noch weitere heimische Arten, darunter die Ringeltaube, die häufigste Taubenart hierzulande. Kleiner und seltener ist die Hohltaube, die als Zugvogel in West- und Südeuropa überwintert. Die kleine Turteltaube zieht sogar bis ins tropische Afrika und hat ihren Namen vom Balzgesang des Männchens. Erst in den 1940er Jahren eingewandert ist die Türkentaube, die auch oft in Städten und Dörfern zu beobachten ist. (tw/hink)

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Dioramen

Hier werden Sie weitergeleitet zu den großen Dioramen des Norddeutschen Vogelmuseums.

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Vogelzug und Beringung

Vogelzug und Beringung

Das Vogelmuseum informiert in einer Tischvitrine über die wesentlichen Aspekte des Zugs der Vögel und und ihrer Orientierung. Einige Beispiele aus der europäischen Vogelwelt stellen besonders interessante Zugwege und -leistungen vor. Unter Ihnen ist als extremer Langstreckenzieher die Küstenseeschwalbe, die den Sommer an den Küsten der nördlichen Meere, den Winter aber an denen der Antarktis, im Südsommer, verbringt.

Der Weißstorch teilt seinen Zugweg entlang einer Linie, die von den Niederlanden bis Tschechien führt. Westlich dieser „Zugscheide“ geborenen Störche ziehen nach Westafrika, die östlichen dagegen über den Bosporus nach Südafrika. Störche nutzen warme Landgebiete für den Auftrieb um Energie zu sparen. Ab Mai sieht man die großen Segler auch im Osterholzer Umland.

Zur Erforschung der Zugvögel ist die Beringung bis heute die gängigste Methode. Anhand eines Rings lassen sich Vögel auf der ganzen Welt identifizieren und so ihre Zugstrecken ermitteln. Aus langjährigen Ermittlungen kann man so aber auch Informationen über die Rastplätze, Energiereserven, Unterschiede zwischen Alt- und Jungvögeln, Populationen, Verbreitungsgebiete und über die Mauser sammeln. Große Verdienste bei der Erforschung von Zugvögeln hat sich die Vogelwarte Rossitten erworben, die im Untergeschoss vorgestellt wird. (tw/hink)

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Hier darf jeder drauf spielen:
Die Vogelorgel

Die Vogelorgel

Das ist einmalig: Ein großer Schaukasten (ein „Diorama“) zeigt uns den schönen sommerlichen Garten der alten Klosterkirche – nicht weit vom Museum.

Man kann die gefiederten Tiere aber nicht nur wie in der Natur sehen, sondern sie auch genauso gut hören… einfach die Schalter drücken und Lauschen. Dann hört man, was sonst vom Autolärm verschluckt wird: Die unterschiedlichsten Gesänge der Singvögel! (tw/hink)

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