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Der Keller

Adler

Seeadler

Adler sind weltweit mit Geiern zusammen die größten Greifvögelarten, sie sind aber in Niedersachsen sehr selten. Der Steinadler ist seit etwa 200 Jahren aus diesen Breiten verschwunden – er lebt nur noch in den felsigen Höhenlagen der Alpen. Jedoch streifen junge Steinadler weit umher und es kommt sogar gelegentlich vor, das sie im norddeutschen Raum zu beobachten sind.

Der Seeadler ist mit einer Spannweite von bis zu 240 cm der mit Abstand größte Greifvogel Mitteleuropas und verteidigt u.a. im Gebiet des Müritz-Sees in Mecklenburg noch einige Reviere. Er erbeutet nicht nur Fische und Wasservögel, sondern auch Kleinwild und im Winter auch Aas. Der beste Fischfänger aber ist, wie der Name schon sagt, der Fischadler. Er kann, im Unterschied zu anderen Adlern, eine seiner Vorderzehen nach hinten stellen und so glitschige Beutefische sicherer packen. Im Winter als Zugvogel Richtung Afrika unterwegs , ist er auch im nördlichen Ostdeutschland noch zuhause. Seine Horste ziehen regelmäßig Scharen von Schaulustigen an, die ihn aber bei der Brut empfindlich stören. Im Westen haben sich die Bestände nicht mehr erholt. (tw/hink)

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Bussarde

Mäusebussard

Den Adlern äußerlich ähnlich, teilen sich die Bussarde mit ihnen im Vogelmuseum eine große Vitrine. Der Mäusebussard ist die häufigste heimische Greifvogelart und bewohnt offene Landschaften mit Wiesen, Feldern und kleinen Gehölzen. Er ist nach seiner Lieblingsspeise benannt und oft sieht man ihn in der Luft auf der Stelle stehen, um nach Mäusen oder anderen kleinen Säugetieren zu spähen. Im großen Diorama „Hammeniederung“ (Erdgeschoss) sitzt ein sehr hell gefiedertes Exemplar ganz links auf einem Ast.

Der Raufußbussard und der Wespenbussard komplettieren das Bussard-Trio des Vogelmuseums. Letztere ziehen bis ins tropische Afrika und sind hierzulande nur in Wäldern anzutreffen – hauptsächlich auf der Jagd nach Wespen oder Hummeln. (tw/hink)

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Eulen

Waldohreule

Eulen unterscheiden sich von den Greifvögeln hauptsächlich darin, das sie nur abends und nachts jagen, und deshalb sehen sie auch völlig anders aus. Vor allem ihr Kopf mit dem empfindlichen Gesichtssinn, den großen Augen, die auch bei Dunkelheit noch sehen sowie den hervorragend ausgebildeten Ohren macht sie zu gefürchteten Jägern von kleinen Säugetieren, Fischen, Fröschen und Insekten. Außerdem ist ihr Kopf um mehr als die Hälfte drehbar und ihre Flugfedern ermöglichen einen nahezu lautlosen Flug.

Im Kellerraum des Vogelmuseums sind sowohl die kleineren Käuze, wie der Steinkauz, der Raufußkauz und der Sperlingskauz, als auch die heimischen Eulenarten zu bestaunen. Dazu gehört die häufigere Waldohreule mit den auffälligen Ohren, die viel seltenere Sumpfohreule, die Zwergohreule sowie die Schleiereule mit ihrer auffällig hellen „Gesichtsmaske“. Die großen Uhus haben aber auch im Vogelmuseum eine Sonderstellung. (tw/hink)

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Falken

Merlin

Der Wanderfalke gehört mit seinern Sturzflügen von bis zu 140 km/h zu den schnellsten Vögeln der Welt. Allein das macht diesen wendigen Vogel, der seine Beute nur im Flug fängt, zu einem hervorragenden Jäger. Er wird deshalb vom Menschen seit Jahrhunderten zur Falkenjagd abgerichtet. Während sich sein Bestand nur langsam von menschlichen Verfolgungen und dem Spritzen von Unkrautvernichtern (DDT) wieder erholt, ist der Turmfalke schon immer anpassungsfähiger gewesen: Er bewohnt sogar die Wolkenkratzer der Großstädte, die er als „Nistfelsen“ benutzt. Der Baumfalke, ein Zugvogel, der in Afrika überwintert ist genauso groß, aber bewohnt mit Vorliebe verlassene Baumnester. Die kleinste Art dieser geschickten Jäger heißt Merlin und ist nur ein Wintergast in unseren Breiten. Davon profitieren hauptsächlich die heimischen Singvögel, auf die er spezialisiert ist. (tw/hink)

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Habichte

Habichtweibchen

Die mittelgroßen Habichte bevorzugen wie Mäusebussarde die offene und abwechslungsreiche Landschaft. Jedoch bevorzugen sie nicht das geduldige Kreisen über der versteckten Beute im Feld, sondern schlagen blitzartig aus der Deckung des Waldrands zu. Sie ergreifen dann die Beute und tragen sie fort, um in der Deckung zu fressen. Oft holen sie auch freilaufende Hühner vom Boden. Im Frühjahr nehmen sie sogar in höheren Baumlagen ganze Nester mit. Auch sein Name, von „heben“ und „forttragen“ abgeleitet, trägt dieser lange Zeit als „Hinterlist“ bezeichneten Jagdmethode Rechnung.

Seit dieser Greifvogel nicht mehr von Jägern oder Hühnerhaltern verfolgt wird, nimmt sein Bestand in ganz Mitteleuropa wieder zu. (tw/hink)

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Milane

Schwarzmilan

Die Milane gehören zur Gruppe der Habichte. Nach den Adlern ist der Rotmilan mit seinem auffälligen Schnabel der größte heimische Greifvogel. Sie gelten als „Geier der Landschaft“, weil sie sich hauptsächlich von Aas und Abfällen ernähren. Deshalb sind sie auch weniger schnell und wendig als ihre jagenden Verwandten. Sie erbeuten nur gelengentlich ein krankes Tier. Dafür sind sie kreativ: Ihre Nester sind manchmal witzige Ansammlungen aus menschlichen Produkten wie Papier oder Stoffresten.

Schwarzmilane sind wesentliche seltener in Deutschland und leben vorzugsweise an Gewässern, wo sie sich von kranken oder toten Fischen ernähren. (tw/hink)

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Sperber

Sperber

Sperber sind die Miniaturausgabe des Habicht. Bis auf ihren Körperbau und der Größe ihrer Beutetiere sind sie in Aussehen, Jagdmethode und Lebensraum nahezu identisch. Sperberweibchen jagen Vögel bis Drosselgröße, Habichtweibchen bis Hühnergröße, die Männchen beider Arten jagen jeweils kleinere Tiere als die Weibchen. Diese Festlegung auf die Größen der Beutetiere verhindert Konkurrenz und die einseitige Bejagung einzelner Tiere. Sperber sitzen wie Habichte gern im Verborgenen und sind deshalb selten zu beobachten, dennoch sind sie erfreulich zahlreich in unseren Breiten. Ihr Name bezieht sich auf das Fangen von Sperlingen. (tw/hink)

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Uhus

Uhu-Weibchen

In einer Biotopvitrine ist ein Uhupaar am Nest in einer Felswand zu sehen. Die größte Eulenart der Welt kann sogar Mäusebussarden oder den schnellen Wanderfalken gefährlich werden. Bei ihrer Beute sind Uhus nicht wählerisch: Alles, was sie auf ihrer nächtlichen Jagd überwältigen können, schlagen sie mit ihren kräftigen Krallen. Ob Hasen, Igel, Füchse oder Enten am Boden oder Vögel in den Bäumen – sie gelten als schnelle Jäger und wendig genug, um auch im dichten Wald ein Tier zu verfolgen, was bei einer Spannweite von bis zu 170 cm kein Spaziergang ist.

Uhus sind fast auf der ganzen Welt zuhause und können sich mit Ausnahme der Tropen, der Wüsten und Hochgebirgszonen überall anpassen. In Norddeutschland ist er nicht selten und brütet oft in verlassenen Steinbrüchen, aber auch am Boden oder verlassenen Horsten anderer Greifvögel. (tw/hink)

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Weihen

Rohrweihe

Weihen fallen unter den Greifvögeln durch ihre waagerechte statt aufrechte Körperhaltung auf. Diese Besonderheit liegt daran, dass sich Weihen oft am Boden aufhalten und dort auch brüten. Alle drei Weihenarten sind bei uns selten und bleiben bedroht.

Rohrweihen leben, ihr Name sagt es, im Schilf (Röhricht) und sind deshalb eher im wasserreichen Norddeutschland zuhause, wenn sie nicht im Mittelmeerraum oder Afrika überwintern. Die einander sehr ähnlichen Korn- und Wiesenweihen bevorzugen die offene Landschaft mit Getreidefeldern, Mooren oder Wiesen. Kornweihen brüten auch in Heidegebieten oder in den Dünen der ostfriesischen Inseln. Auch diese beiden Arten sind nur Sommergäste in unseren Breiten. (tw/hink)

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Falknerei – Jagen mit Falken

Eine Tischvitrine im Keller weist auf ein interessantes Kapitel der Jagdgeschichte hin: Die Falknerei oder Beizjagd.

Die Jagd mit größeren Falken, aber auch mit Adlern und Habichten, ist eine über tausend Jahre kultivierte Methode. Man bringt gezähmte Greifvögel, die früher regelmäßig als Jungvögel aus dem Nest genommen wurden, dazu, für den Menschen zu jagen. Dabei sollen sie Vögel und Säugetiere zur Strecke bringen, das getötete Tier aber nicht verzehren, sondern dem Menschen überlassen. Die Tradition stammt aus dem arabischen Raum und wird dort noch als Privilleg der Reichen gepflegt. In Europa wurde die Falkenjagd von Königen und Kaisern des Mittelalters (Kaiser Friedrich II.) und später von den Deutschordensrittern in Ostpreußen als Zeichen von Macht und Wohlstand ausgeübt.

Die Jagd mit Raubvögeln wird heute in Deutschland vor allem dort betrieben, wo sich Schußwaffengebrauch verbietet, also z.B. auf Flughäfen oder Friedhöfen, um den Kleintierbestand zu kontrollieren.

Auch das Vogelmuseum bekommt regelmäsig besuch von einem Falkner und seinen Tieren. Insformieren Sie sich über die Termine unter der Rubrik Aktuelles. (tw/hink)

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