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Das Obergeschoss

Grosstrappen

Grosstrappen, Kraniche, Reiher/Schreitvögel

In einer naturnah gestalteten Biotop-Vitrine befindet sich die ungewöhnliche Grosstrappe, die es in Norddeutschland ohne menschliche Unterstützung nicht mehr geben würde. Das Vorkommen des einstigen Steppenbewohners ist der intensiven Landwirtschaft gewichen, weil sich dieser Vogel von Kleintieren und Pflanzen ernährt, die die industriellen Anbaumethoden nicht überleben. Das Männchen ist mit seinem Gewicht von bis zu 15 kg der schwerste noch flugfähige Vogel Europas. (tw/hink)

Kraniche

Dieser so bekannte wie bei den Menschen beliebte Zugvogel stellt sich hier gleich zwei mal vor: Im schlichten Jugendkleid und im Erwachsenen-Stadium mit der roten Kopfzeichnung. Die Zahl der Kraniche nimmt nicht nur in der Osterholzer Umgebung wieder zu. Im Teufelsmoor sind berteits mehr als 2000 Exemplare beobachtet worden. (tw/hink)

Reiher / Schreitvögel

Die verschiedenen Reiherarten bilden zusammen mit den Löfflern und Ibissen die Gruppe der Schreitvögel, benannt nach ihrer charakteristischen, langbeinig-staksenden Gangart. Neben dem Graureiher ist hier der seltene Purpurreiher ausgestellt, den es jedoch nicht in Norddeutschland gibt. Wie alle diese Vögel ist auch die fast verschwundene Rohrdommel und ihre „kleine Schwester“, die Zwergdommel, auf Flachwasser-Gebiete angewiesen, in denen sie mit ihren langen Schnäbeln im Wasser schreitend auf Nahrungssuche gehen. (tw/hink)

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Schnepfen / Watvögel

Schnepfen/Watvögel

Die große Vitrine in der Mitte des Raumes zeigt die große Vielfalt heimischer Watvögel, deren Name ihre Bewegungsart des (im Wasser) Watens beschreibt. Der lateinische Name „Limikolen“ bedeutet „Schlammbewohner“ und kennzeichnet dagegen den Lebensraum dieser Vögel. Zu ihnen gehört auch der Kiebitz, das Wappentier des Norddeutschen Vogelmuseums und ein typischer Brutvogel der Hammeniederung.

Die Gold- und Kiebitzregenpfeifer dagegen brüten in der russischen Tundra und sind fast nur noch Wintergäste an der deutschen Nordseeküste. Ausschließlich in intakten Hochmooren brütend, ist der Goldregenpfeifer mittlerweile eine der seltensten Brutvögel hierzulande und bei uns vom Erlöschen bedroht. Fluß-, Sand- und Seeregenpfeifer unterscheiden sich dem Namen nach in ihren Lebensräumen, wobei Sand- und Seeregenpfeifer Küstenvögel sind und der Flussregenpfeifer eher im Binnenland an Flüssen lebt. Neben dem bekannten und im Norden unseres Landes weitverbreiteten Austernfischer sowie weiteren Watvogelarten sind in der Vitrine vor allem heimische Schnepfenvögel zu bewundern, allen voran Waldschnepfe, Zwergschnepfe und Bekassine. Die größte heimische Schnepfe ist der Große Brachvogel, am langen, abwärts gebogenen Schnabel zu erkennen.

Der Kampfläufer ist ein besonders ungewöhnlich aussehendes Tier. In Norddeutschland sehr selten geworden, zeichnet sich die männliche Gattung dieser Art durch große, farbige Halskrausen und Kopffedern aus. So sehen sie wie gefiederte Turnierritter aus, wenn sie in ihren Revierkämpfen immer wieder aufeinander losgehen. Zudem sind sie äußerst unterschiedlich gefärbt, so dass kein Vogel dem anderen gleicht – ein Unikum in der Fauna.

Von den Strandläufern ist hierzulande der Alpenstrandläufer am häufigsten zu sehen, wenn er sich in großen Schwärmen im norddeutschen Wattenmeer niederlässt. Mit den Alpen hat der bis Westafrika reisende Zugvogel aber wenig zu tun; er wurde so nach der Heimat seiner Brutplätze in den skandinavischen Bergen benannt. Wasserläufer schließlich sind langbeinige Schnepfenvögel des wasserreichen Binnenlandes. Der Rotschenkel, ihr bekanntester Vertreter ist zum Beispiel häufiger Gast auf den feuchten Wiesen an Hamme und Wümme. (tw/hink)

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Storche

Storche, Taucher

Während der Weissstorch ein dem Menschen vertrautes und umsorgtes Dasein pflegt, ist sein etwas größerer, schwarzgefiederter Verwandter weithin unbekannt. Das mag daran liegen, dass sich der Bestand des Schwarzstorchs nach langen, schweren Jahren erst langsam wieder erholt, oder an seinem vom Menschen abgeschiedenem Lebensraum. Er bewohnt größere Laubwälder mit feuchten Wiesen, Lichtungen, Waldbächen und -teichen, brütet hoch in den Baumkronen und lebt von Fischen, Insekten und Amphibien. Beide Storchenarten allerdings verbringen den Winter im tropischen Afrika.

Taucher

Taucher sind schon auf den ersten Blick Wasservögel: Mit ihren weit am Hinterkörper ansetzenden Flossen können sie eher rudern als laufen. Sie lassen sich in zwei große Gruppen einteilen: Lappentaucher und Seetaucher.

Zu den Lappentauchern, die nur an Land kommen, um zu brüten, aber sonst das ganze Jahr auf dem Wasser bleiben, gehört der bekannte Haubentaucher. Wie auch seine Verwandten, der Rothalstaucher, der Schwarzhalstaucher oder der Ohrentaucher sind sie meistens auf kleinen Gewässern mit dichter Vegetation zu finden – auch im Landkreis Osterholz.

Die deutlich größeren Seetaucher besiedeln hochnordische Brutgebiete und besitzen anders als Lappentaucher Schwimmhäute zwischen den Zehen. Zu ihnen gehören die Pracht- und die Sterntaucher. Beide werden im Museum im Schlichtkleid gezeigt, das sie während der Aufenthalte im milderen Deutschland tragen.

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Die erste Vogelwarte der Welt:
Rossitten in Ostpreußen

Die erste Vogelwarte der Welt

Im Obergeschoss linker Hand steht eine Tischvitrine, die mit der Erforschung des Vogelzugs ein Stück Ornithologiegeschichte vorstellt. Die systematische Untersuchung des Phänomens begann auf der kurischen Nehrung in Ostpreußen. Dort gründete 1901 Johannes Thienemann (1863-1938) in dem kleinen Fischerdorf Rossitten (heute zu Rußland) die erste Vogelwarte der Welt. Hier existierten ideale Bedingungen den Vogelzug zu testen. Als es in wenigen Jahren gelang, den Zugweg der Weißstörche bis nach Südafrika aufzudecken, wurde die Vogelwarte zu einer in ganz Deutschland bekannten Einrichtung. Zahlreiche Fotos, Dokumente und originale Ringe aus Rossitten erinnern an den bedeutenden Beitrag für die Vogelkunde.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Vogelwarte in Radolfzell am Bodensee wiedergegründet – weitere Vogelwarten in Deutschland sind auf Helgoland und Hiddensee stationiert. In Rossitten arbeitet die Vogelwarte heute für die Universität St. Petersburg. (tw/hink)

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